| FCP
II (aka 3) - FC KILCHBERG-RÜSCHLIKON 3 3:7
(0:2)
Samstag 5. Oktober 2002 / Neudorf 45 Zuschauer
(fast ausverkauft) / Schiedsrichter M. Redegern
Und wieder steht ein wichtiger Match auf dem Programm.
Heute ist der Spitzenreiter Kilchberg-Rüschlikon
auf dem Neudorf zu Gast. Die Stimmung ist angespannt.
Jedes Gesicht ist förmlich gezeichnet vor Konzentration
und Entschlossenheit zu Siegen.
Die Mannschaftskarte zählt 13 Ballakteure.
Berücksichtigt man Verletzungen, mentale Unzulänglichkeiten
und den durchschnittlichen Alkohlgehalt sind es
faktisch etwa vier-ein-halb einsatzfähige Spieler.
Umso mehr müssen die bei Maya's Stammtisch
besprochenen taktischen Massnahmen eingehalten werden,
um physische Defizite wettzumachen.
Einmal mehr ist der Gegner früher auf dem Rasen
anzutreffen als die Gastgeber. Unkoordiniert nach
dem Motto "eine wird's denn scho mache"
werden die Eckfahnen und die Tore installiert. Die
noch bleibenden Minuten bis zum Anpfiff werden mit
Einlaufen, Stretchen aber vor allem für Rumstehen,
sich am Hintern kratzen und das Erzählen von
Räubergeschichten genutzt. Das normale Vorbereitungsprozedere
eben......
10.00 Uhr – der Anpfiff. Die im Vorfeld studierte
Tabelle offenbarte gnadenlos, dass der Gegner einige
Tormaschinen im Sturm haben muss. Mit einem 4-4-2
System versuchen wir erstmal durch eine kontrollierte
Defensive das Spiel in den Griff zu kriegen. Leider
ist das Gegenteil die Folge. Manndeckung ist ein
Fremdwort, der Willen, einen Schritt mehr zu machen
als der Gegner ein Wunschgedanke und die erforderliche
Aggressivität nirgends auch nur ansatzweise
zu finden. Ist es das schlechte Einlaufen, Maya's
Kaffee, fehlende Fittness?? Für die Ursachenforschung
bleibt keine Zeit (zum Glück – wäret susch
no uf dä moralisch cho!), agil und spielerisch
flitzen uns die gegnerischen Stürmer um die
Ohren. Da ist es nur die Folge, dass nach kurzer
Zeit die Heimelf mit 0:1 ins Hintertreffen gerät.
Der so wichtige "Ruck" durch die Mannschaft
bleibt leider aus. Einmal mehr bricht die gegnerische
Nummer 10 durch und versenkt das runde Leder ins
Netz – 0:2. Nach 45 Minuten pfeift der bis anhin
sehr gute Schiedsrichter die Partie ab – Halbzeit.
Gott sei Dank, denken sich sicher viele Heimfans
(und auch Spieler). Unser Auftreten war in den ersten
45 Minuten ein riesen Trauerspiel. Läuferisch,
spielerisch und kämpferisch etwa der Partie
gegen Oberrieden gleichzusetzen, d.h. schlechter
kann es nicht mehr kommen!
Der mit geheimen Extrakten gestreckte Pausentee
soll unsere Leistungsbereitschaft steigern. Das
gegenseitige Aufmuntern und das Appellieren an den
Stolz (isch ja würkli bis jetzt unter jedere
Sau gsi...) soll uns aufrütteln und motivieren.
Wir stellen wir auf 3-4-3 um. Fonzo macht unserem
Turbo-Senior René Platz, um den Offensivbemühungen
mehr Gewicht zu geben. Bosshardt rückt in den
Sturm auf. Kaum angepfiffen fruchtet die Umstellung
im Anschlusstreffer. Päuli bündelt seine
ganze Wut, bricht durch die gegnerische Abwehr durch
und verkürzt mit einem Hammerschuss um 1:2.
Zaungäste behaupten, es sei eine unkontrollierte
"Spitzguge" gewesen – egal, hauptsache
der Ball zappelt im Netz.
Da ist er endlich, der erhoffte "Ruck"
geht durch die Mannschaft und setzt neue Kräfte
frei. Minuten später gleicht Bosshardt zum
2:2 aus. Der gegnerische Trainerstab hat mit einem
solchen Aufbäumen nicht gerechnet. Hektik und
Ratlosigkeit macht sich an der Seitenlinie breit.
Richtige Kämpfernaturen geben sich natürlich
mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. Obwohl Bosshardt
keuchend auf eine Auswechslung pocht, ermuntert
ihn der Trainer, noch fünf Minuten durchzuhalten
(Vince muess no d'Schuebändel binde und Kalzium-Tablette
fresse). Eine zwar ungewollte aber taktische Meisterleistung
wie sich später herausstellen wird. Als wir
wieder zu einer Angriffswelle ansetzen, vollendet
Bosshardt diese mit einer herrlichen Direktabnahme
zum 3:2. Allen Unkenrufen zum trotz, führt
nun die Heimelf. Zu diesem Zeitpunkt nicht unverdient!
Wenn nun das 4:2 fällt, bricht der Gegner auseinander.
Dies ist allen klar. Also bekräftigen wir nochmals
unsere Angriffsbemühungen.
Isch steht in der nächsten Szene im Mittelpunkt.
Halbrechts läuft er in den gegnerischen Strafraum.
Vor ihm nur noch der Torhüter. Komm Junge,
mach ihn für Mamma rein!!! Leider rutscht ihm
der Ball über den Rist und der Schuss ist eher
einer Rückgabe gleichzusetzten – ausser Spesen
nichts gewesen.
Jetzt erlangt das Spiel den Höhepunkt. Der
Gegenangriff endet in einem Foul vor unserem Strafraum.
Zehn blaue versammeln sich um den Ball und Schiedsrichter.
Hektik, wildes Geschwafel und Unachtsamkeit prägen
das Bild. Leider ging da ein Stürmer vergessen....kurzer
Pass in den freien Raum, Querpass vors Tor.....
3:3. Das Tor ist aus einer sehr offsideverdächten
Position erzielt worden oder mit anderen Worten
"Verdammt, dä isch ja 300 Meter im Offside
gstande huerre siech nomal!!!".
Vince ersetzt nun Bosshardt, das Auswechselkontingent
ist ausgeschöpft. Ohne gegnerische Einwirkung
verletzt sich Bucher am rechten Knie. Er beisst
auf die Zähne und humpelt wieder in seinen
Kasten zurück. 2 Minuten später muss er
sich bücken und den Ball aus dem Netz angeln
3:4. Und wieder war's ein Offside-Goal!!! Die Moral
ist nun gebrochen, dies ist förmlich zu spüren.
Beim nächsten Angriff wird Bucher hart im Fünf-Meter-Raum
attackiert. Das Aus für Ihn. Fabio streift
das Torhüter-Trikot über und nimmt seine
Position ein. In dieser Phase fallen auch noch Helmi
und Bumä verletzungsbedingt ;-) aus. Erste
Diagnose vom Teamarzt : Helmi leidet unter einer
chronischen Foulitis und Bumä brach sich den
Motzkiwirbel – ein Weiterspielen wäre unverantwortlich
gewesen. Wunderbar, die restlichen 25 Minuten müssen
wir noch mit 8 Spielern durchhalten. Da gibt’s nicht
mehr viel zu sagen. Das Endresultat von 3:7 geht
unter diesen Umständen in Ordnung. Die tolle
Aufholjagd wurde leider nicht belohnt. Vielleicht
hätten wir auch ohne diese beiden Offside-Treffer
verloren, schade ist es nur, dass der Unparteiische
in der spielentscheidenen Phase etwas "parteiisch"
war.....
Schgall
Anmerkung des Webmasters: Nach 15 Spielen ohne Niederlage
folgt erstmals wieder eine Niederlage, welche auch
völlig verdient war. Vielleicht und hoffentlich
kam die Niederlage zum richtigen Zeitpunkt. Vielleicht
beginnen wir nun endlich wieder einmal zu spielen……
Fussball zu spielen !! Wir haben es immer wieder
ansatzweise gezeigt, in jedem Spiel, aber nie mehr
als 10 oder 15 Minuten. Sobald wir anfingen zu kämpfen,
jeder für den anderen zu laufen, zu kämpfen,
direkt zu spielen gelangen uns auch die Tore. In
diesen Phasen hat man auch den Spass gemerkt welche
die Mannschaft hat und es war nicht zu verbissen,
oder …….. verdammt zu sein zu gewinnen. Wir müssen
einfach unser einfaches Spiel abspuhlen, Spass am
Fussball haben und jeder für den anderen kämpfen,
dann gewinnen wir auch unsere Spiele.
|
|
Übersicht:
FCP II (aka 3) : FC Kilchberg-Rüschlikon 3
3:7 (0:2)
Neudorf; 45 Zuschauer (fast ausverkauft); Schiedsrichter
M. Redegern
Torfolge: 0:1, 0:2, 1:2 Päuli, 2:2 Bosshardt,
3:2 Bosshardt, 3:3, 3:4, 3:5, 3:6, 3:7
Bemerkungen: FCP ohne Schuh (Militär), Dietz
(Schule), Strunz (Schule), Meierhofer (verletzt),
Jansa (abwesend), Augerone (gesperrt)
|